Fischkopf TV
Touristen bedrohen Wüsten-Schatz in China
24.05.2013 14:00
In einer Oase in der Wüste im Nordwesten Chinas erleben diese alten buddhistischen Höhlen eine teure digitale Wiedergeburt. Die Mogao-Grotten von Dunhuang entstanden vor 1600 Jahren und beherbergen die wohl weltgrößte Schatzkammer buddhistischer Kunst. Immer mehr Chinesen können sich angesichts der florierenden Wirtschaft eine Reise dorthin leisten. Experten sehen im wachsenden Touristenstrom eine Bedrohung für das Weltkulturerbe.O-Ton Neville Agnew, Getty Conservation Institute:"Das Hauptproblem ist, dass die Höhlen für die Besucher geöffnet werden müssen. Und wenn die Luftfeuchtigkeit außen hoch ist, so wie im Sommer, wenn das über einen bestimmten Wert hinausgeht, können die Salze die Feuchtigkeit aus der Luft saugen. Dann wird der Verfallsprozess in Gang gesetzt." Um die Höhlen für kommende Generationen zu erhalten, läuft ein gigantisches Digitalisierungsprojekt. Schritt für Schritt werden Fotos gemacht von den 2000 bunten Skulpturen, 45.000 Quadratmetern Fresken und etwa 500 Höhlen, die buddhistische Mönche zumeist entlang dieser Klippe in den Fels geschlagen haben.Ab dem nächsten Jahr sollen Touristen eine digitale Nachbildung der Höhlen in High-Definition-Qualität in einem gewölbten Theater ansehen können. Am Ende ihres Besuches können sie dann einen kurzen Sprung von der virtuellen in die reale Welt machen.O-Ton Wang Xudong, leitet die Dunhuang-Akademie:"Wir wollen die Zeit begrenzen, welche die Besucher vor Ort verbringen - und damit die schädlichen Auswirkungen der Touristen auf die Höhlen mindern."Im vergangenen Jahr besuchten 800.000 Menschen die Höhlen, im Jahr davor waren es 700.000. Jedes Kind in China kennt die Mogao-Grotten. Aber nicht jeder kann sie besuchen, darum werden sie nun geschützt.
▼
▲
▼




